Donnerstag, 3. November 2011

Tuten und Blasen

Vorwort:

Wer aufgrund des Titels etwas Unanständiges  erwartet, wie zum Beispiel die Fortsetzung von Gina Wild's "Nackig unter 100 Männern" (Part 269), den muss ich leider enttäuschen, da das neue Posting nicht das geringste mit so einem "Schwienkrom" zu tun hat !

Oder doch nicht ???

Der angekündigte Schneesturm, als kleiner Vorbote der weissen Pracht, traf die Ostküste Samstag mit voller Wucht und sorgte dafür, das etliche Haushalte ohne Strom einsam und dunkel dastanden. Wer dort mit Strom heizte, dem blieb wohl nichts anderes übrig, als sich warme Gedanken zu machen....vielleicht auch von Gina Wild's wilden Erlebnissen ;-)


Mein Ziel hiess Wood-ridge /NJ und als die Staatsgrenze am Sonntagabend näher kam,  war der Schnee wie weggeBLASEN und lag nur noch links und rechts des Weges  - und da liegt  das weisse Zeug meiner Meinung nach auch am besten.

Jemand anderes hatte sich wohl (eher unfreiwillig) entschieden es dem Schnee gleichzutun:


Montagmorgen nach recht schneller Entladung seitens mexikanischer Fachkräfte war erstmal warten auf den neuen Auftrag angesagt und diese Wartezeit wurde mit Kaffee und Unterhaltung via Skype in die Schweiz überbrückt. Um 11 Uhr piepte es, das Satellite. Ich weiss, bei mir "peept" es auch manchmal...Zwei Abholer in Woodside und .... Jamaica !!! Ey, cool, nach dem Dreckswetter ab auf's Schiff zu den sonnengebräunten Schönheiten ;-) DENKSTE ! Jamaica, wie sich mit einem kurzen Blick auf's GPS Display herausstellte, ist ein Stadtteil von New York City...ebenso wie Woodside. Na klasse, ist ja auch Montag ! Ladung bestand aus Fliesen oder wie man in der Schweiz sagt: Plaettli ! Ja, BLAS mir doch in die Schuh ! Dieser aus der Schweiz stammende Spruch kommt dem Zitat von Herrn  Goetz von Berlichingen in der Bedeutung ziemlich ähnlich und kam mir am Montag etliche Male über die Lippen, aber hat ja keiner verstanden hier ;-)))


Bei solchen Hinweistafeln TUTEN alle Alarmsirenen eines Berufsfahrers, oder ? Vorallem New York ist mit Unterführungen immer ein Abenteuer, welches seinesgleichen wohl nur in Chi-ca(r)go findet. Viele Fahrer aus den USA weigern sich nach Canada zu fahren,  viele Kanadier weigern sich in die USA zu fahren, aber 99 % aller weigern sich nach Big Apple zu fahren ! Und das mit Recht ! Verkehrschaos ist Zeitverlust, niedrige Brücken mit manchmal dubiosen Umleitungen, teilweise mega-enge Strassen für Lastzüge und fahren tun die hier wie in Italien. Hektisch, schnell und rücksichtslos. Vielleicht ist es auch die Angst erschossen zu werden und in einer dunklen Seitenstrasse der Bronx nicht wieder aufzuwachen - und vorher vielleicht ausgeraubt zu werden. Who knows ? Aber Nerven wie Drahtseile braucht man, aber die haben wir ja bekanntlich, sonst würde man den Beruf nicht ausüben. Und dennoch trotz aller Gelassenheit kriegste hier oft BLASEN auf dem Nervenkostüm ! Aber ich jammere nicht - das können andere viel besser ;-)


Da fällt mir doch grad ein Witz ein, der im Italienverkehr gerne die Runde machte: Stell einem Italiener zwei Autos hin. Ein Ferrari und ein etwas günstigeres Modell. Beim Ferrari ist die Hupe kaputt. Für welches Fahrzeug entscheidet er sich ? Klaro: TUTEN muss es ! ;D





Hier durfte ich dann auch mal TUTEN ;-) Die Wagen standen genau in der Kurve, so dass es mit dem 53 ft Trailer etwas enger wurde. Anschliessend mit 43000 lbs Fliesen nach Jamaica.


Jamaica Avenue. Einkaufsstrasse ! Und hier Fliesen laden ???





Auf der rechten Seite kam dann tatsächlich ein Fliesengeschäft. Trotz Halteverbot und Hydrantden gestoppt, rein gehechtet in den Laden, ob das hier richtig sei und siehe da: man muss auch mal Glück haben. Er kam mit Stapler und dem Palettli samt Papiere und innerhalb 15 Minuten nur weg da ! Im selben Augenblick kam auch schon die Anfrage, ob es möglich sei, um 10 Uhr nächsten Morgen in Barrie zu liefern. No way ! Muss noch wiegen, tanken, faxen und vorallem erstmal wieder raus hier...tja, wenn ich  zaubern könnte ;-)





Runter von Long Island und das traurige Ende der Geschicht': am nächsten Tag dauerte die Verzollung in Fort Erie bis um 16 Uhr. Ich durfte den Trailer dann in unserem Yard bei Toronto absatteln, aber natürlich erst, als ich schon fast in Barrie war. Somit kam ich in den Genuss den alltäglichen Stau in Toronto gleich zweimal zu erleben :-(
Da fragt man sich, warum man Message um Message schreibt, wenn die doch niemand liest. Das müsste doch TUTEN in den Büros...




Am Abend um 21 Uhr noch Joghurt geladen und ab nach Winterpeg ! Und nun können diejenigen, die schon aufgrund des Titels vorsorglich Kleenex parat gelegt hatten, sich damit eine Mitgefühlsträne aus den Augen wischen ;-)

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt...ich hoffe ja auch...auf den Jackpot, das Kennenlernen einer Millionärstochter und auf meinen Urlaub, der zwar nicht nach Jamaica führt, sondern auf die Dominikanische Republik und das auch erst im April, aber so kann ich die kalten Wintermonate mir schon mal wärmere Gedanken machen ...!

In diesem Sinne, was soll der Geiz ;-)

Bleibt gesund und... weiter dran !


Kommentare:

  1. guten morgen, das ist ja wirklich wieder eine spannende geschichte....mir stellen sich schon beim lesen die nackenhaare auf. schöne bilder....mittendrin statt nur dabei, danke dafür!
    LG

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  2. So abenteuerlich das auch alles für uns klingen mag... zu beneiden biste aber nicht!
    Ergo: „Mehr tuten wie blasen!“
    LG... :-)))

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  3. Hey Joe, das war mal wieder ein spannender Roadtrip. Da brauchst du wirklich Nerven wie Drahtseile.
    LG Sabine

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  4. April ist genau die richtige Zeit um den Winter zu verkürzen haben wir dieses Jahr festgestellt!
    Meld dich doch mal wenn du da bist!
    LG
    Beate + Sven

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  5. Tja Joe, auch Gina wurde wieder Michaela, und in Canada wurde wieder Realität... Dispatchchaos gewürzt mit Schnee.

    Wünsch dir gute Fahrt und heisse Vorbereitungen für die DomRep!!
    Totti!

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