Sonntag, 3. März 2013

Vier Tage Amarillo

Fortsetzung...)


Amarillo - da denken viele bestimmt an Pferde, Cowboys and Cowgirls, Saloons, Sonne, grenzenlosen blauen Himmel im Wilden Westen etc., oder ?

Ich hörte im vergangenen Jahrhundert, so Anfang der Siebziger, das erste Mal von Amarillo. Wo ? Natürlich in einem Lied, dass der englische Sänger Tony Christie im Radio trällerte und das ständig gespielt wurde. Darin stellt er die Frage: "Is this the way to Amarillo...sha-la-la..." Na, hat der keine Landkarte, dachte ich als Dreikäsehoch. Weiter im Song heisst es: "...my sweet Marie who waits for me"...naja, mit Strassenkarte bräuchte sie wohl nicht so lang warten :-)

GPS, Google map oder ähnliche technische Hilfsmittel gab es ja damals noch nicht und allein die Vorstellung, auf Knopfdruck binnen Sekunden die Streckenführung auf einem Display zu erhalten, war mehr als utopisch.

Als ich mich vergangenen Sonntagabend von der Texan Steak Ranch auf den Weg zurück zu Josie begab, fand ich die "sweet Marie" jedoch auch nicht, na, ist ja auch schon über vierzig Jahre her...und heute wäre sie wahrscheinlich schon total verrunzelt.

Es war schon heftig am stürmen an diesem Abend. Ein paar Schneeflocken fielen und durch die bunten Lichter von dem Restaurant und den gegenüberliegenden Hotels kam schon fast so etwas wie Weihnachtstimmung auf. Nur war es Februar und dass der darauffolgende Montag, der 25. Februar in die historische Geschichte der Stadt eingehen sollte, ahnte man da noch nicht....und ich mittendrin, frei nach dem Motto: Mittendrin als nur daneben...(oder so ähnlich)

So sah es am Montagmorgen aus:






Nun denn, an eine Weiterfahrt war jedenfalls nicht zu denken. Und da niemand exakt voraussagen konnte, wielange dieser Blizzard noch toben würde, schnürte ich mein Bündel und begab mich nach draussen. Mittlerweile waren die Verwehungen auf einen Meter angestiegen und somit war der Weg zur Rezeption ziemlich beschwerlich. Die Rezeption befand sich - wie sollt es anders sein - natürlich am anderen Ende der Gebäudekette. 

Hier ein Bild vom Vorabend noch ohne Schnee:






Für 79.- Dollar sogleich eingecheckt. Natürlich Raucherzimmer, denn bei dem Wetter geh auch ich nicht meilenweit für ne Camel ! Allerdings lagen die Raucherzimmer wieder - wie sollt es anders sein - am Ende der Gebäude. Also hiess es wieder sich durch den meterhohen Schnee mit samt Gepäck zurück- und durchwühlen.


Das Hotelzimmer im Western style:





Somit war für Dusche, WC, Internet, Fernsehen, Heizung und Essen gesorgt. Von nun an hiess es den Sturm aussitzen...Josie konnte ich vom Fenster aus (undeutlich) sehen und ich mochte gar nicht mehr rausschauen...





Die Ausmasse konnte man nächsten Tag HIER sehen !






Der Dienstagmorgen wurde mit ausbuddeln verbracht, aber erst nach einem deftigen Frühstück :-) Josie machte keine Zicken und der Cummins sprang ohne Murren an. Die Ladung musste ins 120 Meilen entfernte Lubbock. Bis zum Morgen waren sämtliche Hauptstrassen noch gesperrt. Viele, die auf offenen Strecke gestrandet waren, lagen immer noch da:





Die Strasse war nur teilweise geräumt und ich war froh
über die knapp 40.000 lbs Ladung.





In Lubbock hatten sie es nicht so eilig mit der Entladung. Das zog sich bis fast 18 Uhr hin. Der neue Auftrag sah vor: in Amarillo Ladung für Calgary...Watt ? Und nun auch noch leer wieder zurück über diese Piste ? Tja, das kann ja einen Fuhrmann nicht erschüttern, wie Ramo immer sagt :-) Somit war es mein dritter Abend in Amarillo, wo ich eigentlich immer schon mal mit viel Zeit hin wollte, aber unter diesen Umständen hätte es auch Canada sein können...




Mit U-haul Hänger: da wird der Umzug zum Kinderspiel - oder eben doch nicht...!


Mittwoch war eine Menge los bei dem Kunden, denn da die Firma wegen dem Blizzard namens "Rocky" geschlossen hatte, wollten nun dementsprechend viele ihre Waren abholen. Mittags kamen wir endlich weg und daher leider keine Zeit für Tortillas....bei:




Ein Bekannter tauchte auf. Kurz nach der Grenze von Texas nach Colorado. Diesmal aber nicht Melanie am Steuer, sondern "nur" Markus...LOL ;-)))



In Cheyenne am Mittwochabend Feierabend gemacht. Am Donnerstag ging es bei  heftigen Seitenwind und rutschiger Fahrbahn weiter nordwärts durch Wyoming...




Jackknives 




 Immer wieder für Europäer ein lustiger Anblick dieser Kombination:




 Truck mit 3achser Wohntrailer:



Donnerstagabend war in Moore / Montana "Ende im Gelände" und Freitag wurde pünktlich wie eine Schweizer Küchenuhr um 16 Uhr "on time" geliefert. In unserem Yard stand schon ein Trailer für Winnipeg bereit, wo wir um 23 Uhr am Samstag ankamen. Damit war aber noch lange kein Feierabend, denn...



..."Josie" verabreichte ich noch eine Wäsche, 
damit sie nicht nur am Sonntag funkelt ;-)

Dienstag geht es wieder weiter und diesmal hoffentlich ohne Blizzards, Schnee, Eis, Sturm...wird endlich Zeit, das es Frühling wird !


Und womit begann dieser Post ? Lieder von Amarillo...

Amarillo by morning - im Original von Chris LeDoux - welchen später "King George" Strait coverte - ist mein persönlicher Favorit.

Aber auch Alan Jackson hat einen super song mit diesem Städtenamen gemacht. Läuft im folgenden kleinen Clip übrigens mit...viel Spass, bleibt gesund und ...weiter dran !




Kommentare:

  1. Oh mein Gott... nimmt der Winter denn überhaupt kein Ende?
    Brrrrrrrrrr... mir ist kalt... alleine schon vom hinguck´n !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    LG

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  2. Über Langeweile kannst du auf jeden Fall nicht klagen ;-)
    Die Kombinationen gefallen mir. In der BRD werden bereits Versuche mit EuroCombi, bzw GigaLinern gemacht. 25,25 m Fahrzeuglänge und bis zu 44t Gesamtgewicht. In manchen EU Staaten soll es sogar bis 60t schon geben.
    Ich wünsche dir eine gute, schnee,- und sturmfreie Woche.

    VG Nachtfalke

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    1. 60 t. fährt schweden schon lange. langeweile kommt nie auf, im gegenteil, der tag hat einfach zu wenig stunden...lach

      lg

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  3. Joe, da beneide ich dich nicht. So ein Blizzard muss ja fürchterlich ein.
    Als ich die Überschrift von deinem Post las, dachte ich auch sofort an den Song. Und jetzt geht er mir nicht mehr aus dem Sinn. Ist ein Ohrwurm.
    Danke für deine Reportage!
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht
    Irmi

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    1. na dann, schönes singen ;-)))

      lg an den Neckarstrand

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  4. Heftig heftig....und Gott sei Dank ist dir und Josie nix passiert. In dem schönen Zimmer hat es sich dann gut aushalten lassen. Schaut gemütlich aus.

    Weiterhin gute Fahrt und herzliche Grüssle

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    1. jaja, nur allein ist das ja auch nix...im zimmer, meine ich ;-)))


      lg auf die insel

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  5. toll, toll, toll....der post, die ganzen umstände wohl eher weniger ;-))
    ich sende dir sonnige grüsse bei 10 grad. immerhin, oder?

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    1. glück im unglück würde ich sagen...hätte schlimmer sein können...

      10 grad...dann habt ihr ja schon frühling...



      lg

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  6. moin..
    leg hier nur schnell was ab ;-)
    http://tinnymey.blogspot.de/2013/03/inspiring-blog.html

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