Auf zu neuen Ufern !

Jeder hat bekanntlich 'seine' eigene Story. Das hier ist meine - und so kann ich auch nur das wiedergeben wie ich es sehe, empfinde, fühle und denke. Jeder hat seine eigene Vorstellung von einer Auswanderung. Manche hoffen auf eine bessere Zukunft, andere gehen diesen Schritt aus Abenteuerlust und wiederum andere verlagern ihr bisheriges Leben nur an einen anderen Ort...

Wer reisen will,
muss zunächst Liebe zu Land und Leute mitbringen,
zumindest keine Voreingenommenheit.
Er muss guten Willen haben, das Gute zu finden
anstatt es durch Vergleiche tot zu machen.

Theodor Fontane (1819 -1893)


1983-1995: Hamburger Zeiten...



Wieviele scheitern in einem neuen Land an dem ständigen Vergleichen mit der alten Heimat ? Und das ist wohl auch der schwerste Teil eines solchen Unternehmens überhaupt. Man wird nie oder nur selten in einem anderen Teil dieser Erde vermisstes und liebgewonnenes wiederfinden. Daher sind wohl die ersten Jahre immer die schwersten. Ich spreche da definitiv aus der Erfahrung, nachdem ich 1995 aus 'privaten Gründen' von Hamburg 'nur' nach Zürich ging. Knapp 850 km Weg und somit ein Katzensprung, oder ? Aber schnell mal auf eine Tasse Kaffee vorbeizufahren war nicht. Schliesslich fehlte es an Zeit, da auch im neuen Land gearbeitet werden musste. Und ich kann mich erinnern, das an einem Freitagabend ich mich nach einer Südeuropatour ins Auto setzte, um  am anderen Morgen zum Frühstück bei der Familie zu sein. Übermüdet, aber froh. Und am nächsten Tag wieder zurückfuhr. Das passierte in der Anfangszeit einige Male...


  
Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch an alles und die Zeit brachte es mit sich, das es mir immer besser dort gefiel. Super Job mit verhältnismässig guter Bezahlung, neue Freunde und ein Land, welches den höchsten Lebenstandard in Europa  bot - und daraus wurden letztendlich vierzehn Jahre !


1995-2009 Schweizer Zeiten...



Die 'privaten Gründe' stellten mich  2008 vor die Frage: Was nun ? Zurück nach Hamburg ? Allein in der Schweiz bleiben ? Oder doch auf das Inserat aus Kanada antworten und es probieren ? Mit Mitte vierzig war es quasi schon 'kurz vor zwölf'', denn wir werden ja alle nicht jünger. Das Nordamerika schon immer ein Jugendtraum war, brauche ich wohl nicht erwähnen...

Viele Gründe sprachen FÜR Kanada:

Die Arbeitsmarktsituation verschlechterte sich in Europa zunehmens. Die Konkurrenz aus dem erweiterten Osteuropa schlief nicht und machte es nicht nur den Spediteuren schwer.  Fast alle Berufsstände litten und leiden darunter. Wieviel Grosskonzerne flaggten aus und die Mitarbeiter sassen plötzlich auf der Strasse. Oder Handwerksbetriebe, denen trotz niedriger Kalkulation der ersehnte Auftrag durch ein noch billigeres Angebot einfach vor der Nase weggeschnappt wurde. Begonnen hatte die Misere der Transportbranche  eigentlich schon Anfang der neunziger mit dem Wegfall der Frachttarife. Alles war nun plötzlich frei verhandelbar, was vorher durch Konzessionen und Tarife geregelt war. Einer fuhr billiger als der andere. Man unterbot sich wo man nur konnte ohne an die Spätfolgen zu denken. Hauptsache der Wagen rollte konnte man meinen. Firmenpleiten. Insolvenzen waren die Folge. Wenn ein Unternehmen weitermachte um überhaupt noch konkurrenzfähig zu bleiben, wurde oftmals kurzerhand an den Gehältern gespart. Und die Politik schaute zu.  Im Gegenteil: neue verschärfte Gesetze wie z.B. Ladungssicherung, Digitaltacho, Mauteinführung machten einem das Leben immer schwerer - und die Gemeindekassen immer voller !

Im Grunde kann man heute deutlich sagen: die Transportunternehmen sind von der Politik einfach im Stich gelassen worden. Und ich hatte da noch rund zwanzig Jahre bis zur Rente...und die EU Politik versagt auf ganzer Linie ! Gut´s Nächtle (T)europa ! Und nach einem Vierteljahrhundert durch Europa kam ich  mehr und mehr zu dem Entschluss:



Riskieren ! Auf nach Kanda ! Aber halt, schon laaaaaangsam ! Was muss man überhaupt alles mitbringen ausser einem gut gepolsterten Konto ? Was war erforderlich ? Wo bekommt man die Informationen her, die einem vor bösen Überaschungen bewahren ?
Gott lob gab es Internet. 'Googlen' was das Zeug hielt war an der damaligen Tagesordnung. Informationen aufgesaugt wie ein Schwamm das Wasser. Dieser Schritt sollte ja gut überlegt, vorbereitet und vorallem nicht blauäugig mit irgendwelcher rosaroten Brille  auf der Nase und  ueberstürzt werden. Vorallem realistisch, denn wer sagt schon vor der Abreise: ich bleibe für immer und komme nie zurück ?  


Büffeln war an der Tagesordnung

Erstmal Minimum ein Jahr durchziehen und schauen wie es einem selbst gefällt, lautete meine Devise. Und bescheiden. Auto ja, aber eigene Wohnung oder Haus schob ich erstmal an die Seite. Günstiges Zimmer um die Kosten gering zu halten. Der Nebeneffekt war, das sofort am Tag der Ankunft alle Papiere umgeschrieben worden konnten, denn dazu braucht man auch hier eine feste Adresse in....


Ankunft Juli 2009

Das  'Bed and Breakfast' war eine total neue Erfahrung für jemanden, der noch nie in einer Wohngemeinschaft lebte. Mit sieben Fahrern und der älteren Vermieterin ging es dort zu wie im Taubenschlag. Diverse Nationalitäten unter einem Dach. Durchbeissen hiess die Devise - was anderes gab es nicht. Fast ein Jahr dauerte dieses 'durch die Hölle gehen' ! Hölle ist vielleicht etwas krass ausgedrückt, aber wenn man bisher einen Lebensstandard erster Klasse gewohnt war, war es hier plötzlich schon der Abstieg in die Hölle. Uraltes Haus, winziges Zimmer, Gemeinschaftsbad etc. Das kostete schon Überwindung und Nerven ! Doch es war das beste um Geld zu sparen. Natürlich geht so was nur als Single, denn mit Familie wäre das undenkbar ! 


Erste Unterkunft im ersten Jahr

Die Liste der benötigten Voraussetzungen, um überhaupt diesen Schritt gehen zu können, war noch länger:

Geld - da hatte ich viele Jahre für gearbeitet und gespart, doch wusste ich im Grunde nie genau auf was ich eigentlich sparte. Für Notfälle, wie meine Oma mir immer mit auf dem Weg gab ? Keine Ahnung. Für ein Haus in der Schweiz sparte ich jedenfalls nicht.

Sprache - englisch hatte ich mal in der Schule, ja, aber das war ja nun schon etwas länger her und musste somit komplett wieder aufgefrischt werden. No idea, wieviel Stunden ich damit verbrachte.

Gesundheit - ärztliches Gutachten war dann das kleinere Übel.

Die Company erwartete:

Mindestens zwei Jahre internationale Erfahrung auf Sattelzug - okay, das war kein Problem, denn nach dem Anfang 1983 mit Klasse 3 war ich seit 1985 international on the road.

Englisch in Wort und Schrift

Guter Leumund
und Punktefreies Flensburg Konto

Für die Immigration selbst kam für mich nur die Einreise mit der Permanent Resident in Frage. Zu oft hörte und las ich, das mit der zwar schnelleren Einreise mit einer stinknormalen Arbeitbewilligung die Firmen einem quasi in der Hand hatten.  Da war ich vorsichtig und umsichtig. Die eigene Unabhängigkeit wollte und sollte unbedingt bewahrt werden. Und falls es mir  später  vielleicht gefallen sollte, brauchte ich mir um diese Beantragungen schon mal keinen Kopf mehr machen.


  PR Card 2009

Ganz wichtig, dass man nicht unter Preis fährt und in den Strudel der Billiglöhner fällt. Da war ich froh, eine der besten Companies in Canada gefunden zu haben. Wir bekommen hier denselben Lohn wie die kanadischen Kollegen mit allen Zulagen und jährlicher Bonuserhöhung. Viele in Europa haben (wie ich seinerzeit auch) immer gedacht, man muss fahren um hier Geld zu verdienen. Das Meilensystem ist jedoch nur ein Bestandteil des Gesamtlohnpaketes. Der Urlaub ist allerdings nur für zwei Wochen gezahlt. Dennoch besteht die Möglichkeit länger frei zu bekommen. Was mir am besten gefällt ist, dass der Fahrer hier entscheidet, wann er wieder zur Verfügung steht. 24 Tage sind vorausgesetzt pro Monat. Differenzieren muss man das jedoch mit anderen Firmen und Provinzen, denn ich kann ja nur von mir berichten. Der Jahreslohn beträgt durchschnittlich 65.000 plus die Steuerrückzahlung. Also um ein einiges weniger als in der Schweiz, doch Geld ist immer relativ. Zu beachten und zu berücksichtigen ist ja immer die Kaufkraft eines Landes.


Den Führerschein mit Mitte vierzig wieder komplett neu machen zu müssen, bereitete mir (wie vielen anderen wohl auch) die meisten schlaflosen Nächte. Der europäische wird ja nicht anerkannt. Aber im Nachhinein ging das ja gut und nicht zuletzt durch das ständige Pauken in der Company mit Trainern - und  die wussten auch warum, denn Manitoba stellt die höchsten Ansprüche in Sachen Prüfungen.


Wochenlanges Training auf den Führerschein oder wie es hier heisst:
CDL=Commercial Driver License




Dennoch blieben noch viele Fragen im privaten Bereich zu klären:

...wie ist es mit der späteren Rente ? Kanada hat ebenso eine staatliche Rente, dennoch ist es immer vorteilhaft privat Vorsorge zu treffen. In meinem Fall zahle ich  momentan 3000 CAD/Jahr zusätzlich in eine private Versicherung ein. Kanada hat ein Rentenabkommen mit Deutschland und der Schweiz, so dass am Tage X  ...naja, wie sagte Herr Blüm vor einigen Jahren: die Renten sind sicher ! Na, wer das glaubt...

...mit der Krankenversicherung ? Jeder in Manitoba Ansässige ist automatisch von der Provinz staatlich krankenversichert. Zudem hat die Firma im Benefitpaket eine private Auslandsversicherung die so genannte Travel Insurance abgeschlossen. Den privaten Versicherungsschutz habe ich und kann man noch aufgestocken für eine Hand voll Dollars, um zB Dinge wie Brille, Massagen, etc gratis, wenn nötig, zu bekommen.

...dem Zahnarzt ? Da konnte ich ja in einem Posting schon eigene Erfahrungen wiedergeben. Sehr moderne Klinik vom Allerfeinsten. Und keine zusätzlichen Kosten - nicht mal für die Zahnreinigung oder wie man in der Schweiz sagt Dentalhygiene. Nur für evtl. Zahnersatz werden von der Kasse 80 % übernommen.

...dem Hausarzt ? Der heisst hier family doc und war das erste was ich aufsuchte. Suchen ist das richtige Wort, denn wenn Ärzte einen Patientenstamm haben, kann es passieren, dass sie keine neuen Patienten mehr nehmen. Letztes Jahr Oktober kurz vor dem Urlaub hatte ich ja Probleme mit dem rechten Gehör. Ohne lange Wartezeit ging das vonstatten. Der grosse Voruntersuchungscheck ist wieder Mitte Juni.

...wie hoch sind die Lebenshaltungskosten, was lohnt sich hier eher : mieten oder kaufen, etc etc. Kaufen lohnt sich auf jeden Fall, denn trotz den auch hier gestiegenen Preisen kann man Eigentum relativ günstig erwerben. 

Das waren Sachen, die ich mir auf eine Liste schrieb und nach und nach abhakte. Anders ging's nicht, denn wie leicht vergisst man einen wichtigen Punkt oder schiebt es auf die lange Bank und das böse Erwachen kann folgen. Viele Lauferein waren erforderlich, um das alles auf die Reihe zu bringen.

Heute kann ich eigentlich nur sagen: leider hab ich es nicht schon vor zwanzig Jahren gemacht. Das Vergleichen mit den früheren Orten habe ich eh abgelegt und ich bin der Überzeugung, dass niemand mehr in Europa diesen Job machen könnte, wenn er das berufliche Leben auf dieser Seite des grossen Teiches kennenlernte.


Dennoch möchte ich nicht alles schönreden. Es sind und gibt einige Sachen die mir auf den Keks gehen. Ich würde, wenn ich könnte, den langen Winter verkürzen. Oder in den Werkstätten mal gehörig aufräumen. Es war diesbezüglich aber eigentlich auch keine grosse Überraschung, denn darüber wurde oft berichtet. Anderes Land, andere Sitte. Das total hundertprozentige wo alles stimmt gibt es einfach nicht ! 



Pannen passieren schon häufiger

Wichtig ist letztendlich um zufrieden zu leben: positive Einstellung allem neuen gegenüber und optimistisch sein. Es gibt Dinge, die man nicht ändern kann. Da gibt es dann wohl auch nur eine Entscheidung: bleiben oder weggehen, ansonsten würde man was verkehrt machen. Ich muss mir oft an den Kopf fassen, bei Leuten, die nach zehn Jahren zum Beispiel ihre Firma wechseln und anschliessend über diese Firma schlecht reden und meckern - hey, dann hat derjenige doch zehn Jahre schon was falsch gemacht, oder ? Denselben Vergleich kann man auch mit Auswanderern anstellen, die alles mies reden aber dennoch  bleiben. Hallo ? Wenn alles mies ist (und das weiss man ja eigentlich schon nach geraumer Zeit) warum geht man nicht ? Das habe ich nie verstanden...denn letztendlich ist man nur für sich selbst verantwortlich !




Mein persönliches Ziel ist es, im Alter miet - oder hypothekenfrei zu wohnen und das wäre hier (bei entsprechenden Finanzplan) immer noch durchaus möglich.

Wer weiss, welche Türen bis dahin noch aufgehen und wie es weitergeht. Bis dahin fliesst noch viel Wasser den Red River herunter und momentan geniesse ich noch die wöchentlich neuen Eindrücke of North America !

Daher möchte ich an dieser Stelle 'fuer-immer-sagen' vermeiden, denn wer kann das heute schon sagen ?

Die Zeit wird es zeigen...

 April 2011

Fortsetzung folgt...

 


                                                            
Winnipeg


Dezember 2011

Das Jahr 2011 neigt sich nun langsam seinem Ende entgegen und rückblickend war es für mich ein recht aufregendes und spannendes Jahr. Mit dem Urlaub in der Schweiz und in Hamburg begann das Jahr schon einmal sehr fabelhaft.

 Der Grundstein einer eigenen Immobilie wurde im April/Mai gelegt und das erworbene Condo mit einer Wohnfläche von 70 qm2 erfüllt voll und ganz seinen Zweck. Der monatliche Abtrag ist nicht viel höher als die vorher gezahlte Miete für ein Zimmer, so dass die Kosten durchaus als "low" bezeichnet werden können. Das war aus dem Grunde so geplant und gedacht, dass man nicht durch zu überhöhte Kosten unter Druck gerät. Somit wäre es jetzt quasi möglich nur noch 10 Monate zu fahren (z.B. von März bis Dezember) und 2 Monate "off" zu machen, ohne das einem die Kosten über den Kopf wachsen. Der Nebeneffekt wäre, Januar/ Februar und somit den Winter etwas zu umgehen...

Bin aber diesbezüglich noch unschlüssig, da sich eine andere Idee im Hinterkopf auch etwas breiter machte, nämlich den Wunsch nach einem eigenen Truck. Die Möglichkeiten sind durchaus gegeben und es wäre hier um einiges leichter so ein Business zu starten. Dieser Schritt muss und sollte natürlich sehr gut überdacht sein und würde den anderen Plan (2 Monate frei zu machen) komplett in Frage stellen, um nicht zu sagen: das kann ich dann wohl erst mal komplett vergessen...daher schwanke ich noch ein wenig und überstürzt wird eh nix ;-) Ich werde erst mal versuchen meinen dritten kanadischen Winter hinter mich zu bringen, im April 2012 den Karibik Urlaub zu geniessen und dann wird hoffentlich auch eine Entscheidung fallen...

Die Nachricht vom Tod meines Vaters im September 2011 war definitiv das dunkelste Kapitel und war für mich persönlich "the hardest part of my life" !

Im Dezember erhielt ich hingegen eine sehr glückliche Nachricht, die ich allerdings noch nicht bekannt geben kann, und die ebenso eine komplett neue Situation darstellt und mit sich bringt.  Nur die engsten Freunde und Familie habe ich darüber in Kenntnis gesetzt.

Nur soviel: die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst ;-)

In diesem Sinne, allen ein erfolgreiches, glückliches Jahr 2012 !




Dezember 2012

Die erste Hälfte 2012 entwickelte sich wirklich spannend, aber zugleich auch recht  anstrengend. Die Entscheidung, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, fiel endgültig im Februar und so standen eine Reihe von Terminen und Gespräche an. Mit Firma resp. Auftraggeber, Bank, Steuerberater, etc und unendliche Diskussionen mit Owner Operator's selbst.

Und nicht zuletzt musste auch noch ein passendes Fahrzeug gefunden werden. Die grosse Suche ging los. Ziel war es, nach dem Urlaub im April zu starten. Die Fahrzeugsuche gestaltete sich recht mühsam. Internet, Händlerbesuche und Probefahrten waren an der Tagesordnung, sofern es die Freizeit zu liess. Es sollte möglichst ein Truck sein, der nicht älter als vier Jahre ist, nicht allzu viele Meilen gelaufen hat, 244 Radstand und mit einem Leergewicht von nicht mehr als 19.500 LBS mit halben Tanks. Und da bestand das grösste Problem. Das war von dem Auftraggeber so vorgeschrieben.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe mir gesagt, man lebt nur einmal und darum entschied ich mich für meinen Traumtruck. Einen Kenworth W900 ! Cummins Motor war meine Bedingung, sowie Standard 18 speed Transmisson. Der Namen "Josie", auf dem die Lady getauft wurde, erfanden schlussendlich zwei Leserinnen. Danke nochmals für diese Idee !

Von dem ersten Zusammentreffen entstand dieses Video - als Erinnerung an diesen Moment:


Fast zeitgleich kam eine Anfrage von dem Schweizer "TruckTir" Magazin,
ob sie eine Reportage in ihrem Heft bringen könnten,
welche dann Anfang 2012 zweiseitig erschien.





                                                  

Die ersten Monate mit "Josie" liefen besser als erhofft. Insbesondere hat mich der Verbrauch überrascht, der bei "normaler" Fahrweise auch nicht höher ausfiel als bei anderen Trucks.


Im Sommer erhielt ich plötzlich die Anfrage von einem Verlag, ob es möglich wäre, ihnen ein Manuskript zu senden, was aus reinem Zeitmangel sich etwas schwierig erwies. Urlaub hatte ich bereits im April genommen und somit konnte und wollte ich nicht schon wieder frei machen, schon gar nicht für irgendein Manuskript, welches eventuell noch nicht einmal veröffentlicht werden würde. Dennoch stimmte ich zu, obwohl die Frist von vier Wochen nicht gerade lang war. Die ersten zwei Wochen vergingen - ohne das ein Satz zustande kam. Erstens zweifelte ich selbst, ob es nicht zu früh war, zweitens waren genau diese zwei Wochen sehr arbeitsaufwendig und zeitraubend und drittens, wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, wo ich beginnen sollte. Es sollte ja nicht einfach ein Abklatsch von diesem Blog werden. Als die Zeit dann knapp wurde, (es blieben nur noch zwei Wochen), besann ich mich und habe quasi immer nach Feierabend von Mitternacht bis morgens 3.00 - 4.00 Uhr geschrieben. Zwischen 9.00 und 10.00 ging es wieder auf die Strasse. Als die zwei Wochen herum waren, war das Manuskript im Rohbau eigentlich soweit fertig. Einige Bilder legte ich anbei und schickte es dem Verlag, der es zu meinem Erstaunen prompt veröffentlichte. Eine Ausgabe erhielt ich ein paar Tage später gratis (na, das war dann wohl auch das mindeste :-)







Nichtsdestotrotz mussten Meilen gemacht werden. Die Bank wollte und will natürlich noch jeden Monat ihren Obolus haben und ich will, dass Josie so schnell als möglich bezahlt ist. Die Firma hielt und hält mich busy und das ist auch gut so.



 Und Josie machte sich farblich wirklich gut hinter den Trailern



Im Herbst wurde das "Fernfahrer" sowie das "Trucker" Magazin in Deutschland auf das Buch aufmerksam, so dass sie dort ebenfalls jeweils einen Bericht brachten. Das war für mich ein echter Hammer, denn diese Gelegenheit bekommt man ja nicht alle Tage.








Das geschah alles im Dezember 2012 und plötzlich war das Jahr schon wieder schneller herum als man gucken konnte. Der Winter sollte einer der längsten und schwersten werden, aber das ist Canada...wir leben ja (noch) nicht in Australien ;-)




(Fortsetzung folgt...)                                                       

August 2013

Das Jahr 2013 begann wie alle Jahre: mit Schnee und Eis und es wurde einer der schlimmsten und längsten Winter seit Jahren hier. Aber da musste man durch. Überbrückt wurden die kalten Wochen und Monate mit dem Gedanke an meinem bevorstehenden Karibikurlaub im April. Endlich relaxen unter Palmen und Sonne satt:




"Josie" war während diesen Wochen in der Schönheitsfarm in Mississauga / Onatrio und es wurde der Rahmen sandgestrahlt, frisch lackiert...
und sie bekam am Heck neue Lampen, Mudflaps und Fender:



Nach dem Urlaub wurden wieder Meilen gemacht und die Touren führten wie gehabt in allen Himmelsrichtungen Nordamerikas. Ein unvergessliches Erlebnis war das Treffen mit meinem Ex-Chef und seiner Frau in Illinois im Sommer:


Heidi und Fredi aus der Schweiz



Für "Josie" gab es einen neuen Schriftzug im Juli



...und endlich war es an der Zeit für den Moosebumper,
und das wurde natürlich im Video festgehalten:




 Das war die bisher beste Investition 
und mir gefiel das neue outfit ganz besonders...



 Nun schreiben wir August 2013 und ein weiterer Schritt steht an,
von dem zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle berichtet wird.


(Fortsetzung folgt....)


September, 2014


Ein grosser Schritt im letzten halben Jahr war sicherlich der Wechsel des Auftraggebers. Aber nicht Hals über Kopf, denn eigentlich war ich bisher gern bei Bison und es fiel mir nicht leicht zu kündigen. Leider gab es im Vorfeld Unstimmigkeiten bezüglich der Planerei, doch auch drei verschiedene meetings mit Supervisors änderten nichts. Und wenn sich nichts ändert, muss man selbst etwas ändern...

 Josie unter neuer Flagge

Für Payne Transportation ging es nach drei Tagen Orientation im September 2013 on Tour.
Nach knapp fünf Monaten kann man vielleicht noch nicht ganz soviel sagen, doch bisher läuft es recht gut. Der größte Unterschied ist sicherlich, dass man etwas mehr Zeit unterwegs zur Verfügung hat. So war es auch kein Problem, zwei Wochen im Dezember mit "Josie" in Florida zu pausieren und einen kleinen Winterurlaub in der Sonne zu verbringen. Man darf oder sollte auch keine Meilenrekorde brechen, denn am Ende freut sich nur das Finanzamt. Da gilt es, die Meilen-Waagschale von Umsatz und Steuer zu kennen.


Weihnachten/Silvester 2013/14

Das war eine tolle Zeit ! Da zwischen diesenTagen viele Firman geschlossen haben, fuhr ich Mitte Dezember nochmal mit einer Ladung nach Florida, um dort dann zwei Wochen Urlaub zu machen. Weihnachten bei 30 Grad plus hatte ich noch nie. Und die Tage wurden genutzt, um die Everglades, Key West, Miami, Miami beach und Cape Carneveral anzuschauen. Der Jahreswechsel wurde in Jacksonville Beach gefeiert. Die neue Ladung gab es erst am 02. Januar in Georgia.

März 2014

Der wichtigste Monat überhaupt ! Erstens, weil der Frühling den Winter ablöst und zweitens, in diesem Monat ist mein Geburtstag :-)  Mein runder 50. wurde demnach standesmässig in Mexico mit einem dreiwöchigen Urlaub gefeiert.



Mai 2014

Im Mai bekam ich Besuch aus good old Germany, genauer gesagt aus Frankfurt und für zwei Wochen einen Beifahrer. Markus hat es wohl gefallen laut seinem Resümee, was man HIER seperat nachlesen kann.



Juli 2014

Nach zehn Monaten für die Firma Payne, schmiss ich das Handtuch, obwohl ich mich sehr wohl fühlte dort. Aber als man mich ganze zwei Wochen im Monat Juli 2014 nicht beschäftigte war der Ofen aus. Nebenher hatte meine ehemalige Firma viermal in den vergangenen sechs Monaten angerufen und gemeint, ich solle zurück kommen, da der Grund weshalb ich Bison seinerzeit verliess, nicht mehr bestuende. So ergab sich der Wechsel zurück zu Bison relativ zügig. Ob dieser Schritt jedoch der richtige war, lässt sich momentan schwer sagen. Es war jedoch der schnellste Weg, "Josie" wieder am laufen zu halten, weil auf die langwierige Orientation verzichtet wurde und der Wagen innerhalb von drei Tagen neu beschriftet, umgemeldet und das Satellite installiert werden konnte. Auch der Bonus meiner saftey-miles wurde behalten und somit stimmte das Gesamtpaket in diesem Augenblick.


Im Herbst gab es ein anderes Privatgefährt,
zwar gleiche Marke, aber mit vier Türen:




Im November 2014 konnte ich meinen 500.000 safety Award in Empfang nehmen.



Im Dezember stand endlich mal wieder ein Urlaub in Europa an.
Schweiz und Hamburg (und Kiel) standen auf dem Programm.
 Toll war auch wieder die Silvesternacht im Hambrger Hafen,
wovon auch ein kleiner Video Clip entstand:






 2015

Bis April bestand das neue Jahr aus Arbeit. Der Winter wollte diesmal auch nicht so früh verschwinden und so entschloss ich selber, Ende April zu verschwinden. Für zwei Wochen ging es auf die DomRep um dem Winter zu entfliehen. Eine weise Entscheidung :-)


(Fortsetzung folgt...)


Nach diesem Urlaub nahm ich mir vor, den Rest vom durchzufahren, was ich auch tat. Jeder Selbstständige weiss, Urlaub kostet immer gleich doppelt.

Mitte 2015 begannen die Vorbereitungen für die Canadian Citzenship. Auf der Goverment Seite kann man genau nachlesen, was alles dafür benötigt wird. Als erstes, um überhaupt diesen Antrag zu stellen, muss ein  english test absolviert werden ! Dieser wird in Manitoba an nur zwei Hochschulen durchgeführt und gilt quasi als proof. Meinen Antrag schickte ich im August 2015 ein und es hiess, es könne Monate dauern, bis man zum nächsten Schritt, den Citzenship Test und Interview,  musste. 

Bekanntlich akzeptiert Deutschland keine Multi Staatsbürgerschaften. Doppelbürger (Schweiz / Deutschland) war ich ja, aber eine dritte würde Deutschland nicht genehmigen. Bei Annahme der kanadischen Staatsbürgerschaft werde ich die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren, was mir jedoch nicht viel ausmacht, da ich schon zulange (1995) aus Germany weg bin und ich nie mehr in diesem Land arbeiten werde. Die politische Entwicklungen - speziell im Transportwesen der letzten 20 Jahre, seit ich nun weg bin - lassen mir die Nackenhaare hochstehen !

2016

Der Winter war - dank dem El Ninjo - wirklich harmlos. Da haben wir schon ganz andere Sachen erleben dürfen, um nicht zu sagen, müssen. Nach 12 Monaten Arbeit buchte ich kurzfristig eine 2 Wochen Reise nach Cuba über meinem Geburtstag im März. Höhepunkt war das Rolling Stones Konzert und die amerikanischen Oldtimer natürlich.

Kurz vor dem Abflug bekam ich Post vom canadian citzenship office, mit der Einladung zum Test und Interview. Das war deutlich schneller, als ich es erwartet hatte. Somit nutzte ich den Urlaub gleich mal zum lernen der 600 Fragen. Der Test und das Interview fanden am 13.04. statt und wurde bestanden. Nun heisst es wieder warten auf die offizielle Zeremonie, um den Eid zur Einbürgerung zu schwören.(Oath of Citizenship).

Im April war auch die letzte Bankrate für Josie fällig und nun gehört sie vollständig mir. Ein gutes Gefühl :-) 



(Fortsetzung folgt...)


Im Sommer 2016 bekam ich eine Anfrage von dem Fernsehsender Dmax, ob ich Interesse hätte, in ihrer Dokumentation in der Sendung Asphalt Cowboys mitzuwirken. Das war natürlich schon mal interessant und es wurde ein kurzes Demoband aufgenommen und dann hiess es: warten. Der exakte Drehtemin war noch offen, so dass ich im Oktober für zwei Wochen in die Karibik flog, um vor den bevorstehenden Winter nochmals Sonne zu tanken.


Ende Oktober - ich kam gerade vom Strand ;-) - erhielt ich einen Anruf vom Produktionsteam, dass sie Anfang November - also gerade mal eine Woche nach meiner Rückkehr aus der DomRep - mich für eine Woche besuchen werden. Da war jetzt etwas Eile geboten, schliesslich musste dafür noch eine passende Tour geplant werden, nicht zuletzt wegen der Buchung des Rückfluges nach Deutschland für das Team von welchen Flughafen, welches Datum, etc.

Nebenbei machten mir die Leute im Citizenship office immer wieder Probleme, wo eigentlich keine waren. Das Gesetz sagt, (lt Paragraph 5) man müsse sich 1460 Tage in den letzten sechs Jahren in Canada aufgehalten haben. Das ist natürlich als Longhauldiver sehr schwierig, da man sich ja viele Tage Berufsbedingt in den USA aufhält. Somit musste ich zweimal sämtliche Tage aus sechs Jahren (wann und wo ich war, mit den passenden Zeiten der jeweiligen GrenzÜbertritte etc) auflisten und darlegen. Momentan wird es nun zum dritten Male geprüft und ich befürchte, das ein Richter es letztendlich entscheiden muss.

Die Dreharbeiten waren dann tatsächlich im November und es war eine total neue Erfahrung, vor und zu einer Kamera zu reden. Das machte mich ganz schön nervös, was ich vorher nie gedacht hätte. Das Team war spitze und wir hatten die Tour extra mit viel Zeit geplant. Mehr weiss ich zum heutigen Tag allerdings auch nicht, ausser den Sendetermin: 10. Januar 2017, 20.15 Uhr. auf Dmax !
Was sie daraus gemacht haben ? Ich bin selbst sehr gespannt, das kann ich Euch sagen ! Zumindest endet dieses Jahr 2016 (was eigentlich für mich mehr als holprig war) mit viel Spannung auf 2017 !

(Fortsetzung folgt ...)

Also das neue Jahr 2017 fing recht spannend an. Am 10. und 24, Januar wurde auf DMAX in der den Folgen Asphalt Cowboys die ersten beiden Filme gezeigt und anschliessend konnt ich mich vor Emails kaum retten. 

Im Maerz hatte ich eine Beifahrerin aus der Schweiz dabei. Was fuer eine tolle Woche. Wir hatten uns seit Jahren nicht gesehen. HIER !

Im April geht es fuer ein paar Tage in die Sonne. ;-)

(Fortsetzung folgt...)