Mittwoch, 10. März 2010

Was machen ?!

'Was machen' ? stellte sich mir am letzten Donnerstagabend die Frage. Der Truck ging noch am selben Abend in den Shop und mir bot man an, aus fünf anderen Trucks einen auszusuchen - Haken dabei: alle nicht vor Ort, das hiesse, die nächsten Tage (oder gar Wochen) wieder den Springerhannes zu machen und: alle Fahrzeuge wären das gleiche Modell wie meiner. Frage: in welchem Zustand befinden sich diese fünf ? Meiner ist nun 2 Jahre alt, 530.000 km auf der Uhr und in einem sehr gepflegten Zustand. So entschied ich, meinen zu behalten und war guter Hoffnung, da er ja unverzüglich 'eingeliefert' wurde. Wenn die Mängel behoben wären, ist es vielleicht die richtige, bessere Entscheidung, who knows ?

Der Truck war also nun ganze vier Tage im Shop. APU-Problem und der plötzliche Motorausfall während der Fahrt sollten behoben werden. Also, verlängertes Weekend ! Da Mike kurz vor seinem Urlaubsabflug nach Germany stand, war es kein soooo schlechter Zeitpunkt. Es ging unter anderem ins berühmt, berüchtigte 'Hooters' zum Chicken-Wings-Wettkampfessen ! Serviert wurde das Ganze natürlich von zweibeinigen Chicks...;-)

(ich geh da ja nur wegen dem Essen hin, wogegen es Mike und Mesi immer aus anderen Gründen dahinzieht...;-)

Anyway, nach recht fröhlichen Tagen und Nächten hiess es gestern dann wieder: 'auf zum fröhlichen Meilensammeln'. Green Bay, Wisconsin war geplant. Als ich morgens den Wagen aus dem Shop holte um ihn  wieder einzuräumen, ertönte mit aufdringlichen Ton permanent der Warnsummer. Watt nu wieder los ? Mechaniker geholt, dieser sich kurz am Hinterkopf kratzend und mit etwas ratloser Gesichtsausdruck - klemmt mal eben den Warnsummer ab und schon ist das Problem  behoben...musst einen neuen Shoptermin machen in ein paar Wochen...aha, what else !

Na, dann mal los.Grenze Pembina noch schnell ein neues I94 geholt (3-Monats-Visa für die USA), Fargo, Minneapolis und....Motor plötzlich wieder aus während der Fahrt ! Darf doch wohl nicht wahr sein ! Message an den Shop. Kurz darauf wieder gestartet bekommen und erstmal weiter...(auf den Standstreifen parken macht sich auch in den USA nicht besonders gut). Auf dem Weg zum Truckstop in Curtiss/Wi ging er nochmal fünf mal aus während der Reise und nach der Duschpause sprang er dann gar nicht mehr an. Message hin und her - das ganze Programm - und das Ende vom Lied: wieder an den Haken :-(




Gleich komplett mit Trailer an den Haken und mit 55 mph durch den Nebel ins 50 Meilen entfernte Rothschild zur Freightliner Werkstatt !


Nun ist es gleich Mitternacht und um diese Zeit brauch ich hier auch kein Hotel mehr suchen. Morgen im Laufe des Tages weiss man (hoffentlich) mehr....gut's Nächtle !

Bis die Tage !!!

PS: Mike, schönen Urlaub und nicht vergessen - viele Grüsse nach OWF an Britta ;-) !

Sonntag, 7. März 2010

Ein paar Bilder...

...hab ich heute am Sonntag mal wieder in einen kleinen Video-Clip umgewandelt. Bin ja gestern nicht wie geplant raus , da der Truck noch immer in der Werkstatt steht...! Somit hatte ich Zeit die ganzen Foto's zu sortieren, bearbeiten und in neue Ordner zu verschieben. Einige davon sind nun hier zu sehen:




Schönen Sonntag noch und bis die Tage !

Donnerstag, 4. März 2010

Die Nacht am Wolfs Lake

 Nach fünf Tagen, knapp 3000 Meilen und mit dicken Hals (nein, nicht wegen einer Erkältung !) bin ich heute wieder (zwangsweise) nach Hause gekommen. 

Aber als erstes eine kleine Richtigstellung: bin da vor einer Woche mächtig ins Fettnäpfchen getreten, nachdem ich per E-Mail eine Warnung über ein neues Computer-Virus erhielt und, ohne diese abzuchecken, einfach gleich mal an alle aus meiner Kontaktliste weiterleitete...und siehe da: veraltet, wenn nicht ur-ur-alt ! Uuups - sorry ! Also, einfach schnell löschen - und vergessen, please :-) !

Die Woche könnte man kurz und knapp auch als Alberta-Sightseeing-Trip  bezeichnen. Edmonton, Red Deer, Calgary, Lloydminister - war alles dabei - nur in anderer Reihenfolge :-) 


 In Edmonton gab's dann einen Trailer mit Dämmmaterial für eine Pipeline im Norden mit dem schönen Namen 'Primrose'. Nach langer erfolgloser Suche in meinen Canadakarten, im Street & Trips PC Programm, Google-Map etc, kurze Anfrage an den Disponenten in Edmonton, ob er mir die Route vielleicht mal ausdrucken könnte. Antwort: Hier hast ne Telefonnummer, ruf den Kunden an ! Aha, wusste gar nicht, dass ich nun in die Disponenten-Ecke versetzt wurde...

Da fiel mir zum Glück ein, das Thomas aus Österreich schon einmal dahin musste (Thomas aus Austria wird von nun an auf eigenen Wunsch  nur noch 'Mesi' genannt, Ableitung seines Nachnamens, denn dabei erfuhr ich auch, dass wir einen richtig 'Prominenten' in unserer Villa Kunterbunt haben, nämlich ist 'Mesi' ein Cousin des bekannten Reinhold, dem Bergtiger äh Bergsteiger - aber das ist eine andere Geschicht'...)

Mesi konnte mir die Wegbeschreibung nennen, wie z.B. "....in den Wald geradeaus und nach 33 km kommt rechts ein etwas grösserer Parkplatz" - und tatsächlich: exakt 33 km :-) !!! Auf diesem Parkplatz verbrachte ich die Nacht, um am anderen Morgen den Einsatzleiter zu kontaktieren, der mich dann abholen und zu der rund 20 km weiter abgelegenen Pipeline bringen sollte.



Nur noch Gravelroad....

Nachdem mein 'Auxiliary-Power-Unit", kurz APU genannt, auch nicht nach den zwei Tagen Werkstattaufenthalt funktionierte, blieb mir wieder nichts anderes übrig, als den Motor weiterhin die Nacht über laufen zu lassen, schliesslich war es minus 8 Grad kühl - woher ich das nun so exakt weiss ? Nun ja, um 3.00h in der Nacht wachte ich plötzlich etwas fröstelnd auf...na nu ? der Motor ist aber leise...aha, der Motor läuft gar nicht mehr...einfach abgestellt...na klasse Moment ! Zündung: Null ! Rein in die kalten Klamotten, Taschenlampe, Haube auf, mal dumm gucken, probieren, Zigarette, nochmal gucken und leuchten, hier und da probieren,  Startversuch Nummer 56....so kann man sich die Nacht auch um die Ohren schlagen ! Vielleicht immer noch die Einspitzanlage, dass er evtl. keinen Diesel bekommt oder Problem mit dem Computer - die Elektronik ist gerade im Winter recht anfällig) Um halb fünf sprang er dann glücklicherweise wieder an und nochmals ne halbe Stunde bis es einigermassen warm wurde in der Hütte. Die Ausdrücke, welche in jener Nacht am Wolfs Lake fielen - wiederhole ich an dieser Stelle aus Jugendschutzgründen nicht !!!

Pünktlich um 7.00h kam dann Dann (äh Dan natürlich), cooler Typ, Dodge Ram mit eigener Tankstelle auf der Ladefläche (sehr nützlich in dieser Gegend) und ab ging's immer an der Pipeline lang...


Die Crew hatte den gesamten 53ft Trailer in sage und schreibe 20 Minuten leer - blieb nicht mal genügend Zeit zum Kaffee kochen...

Dieser Motorausfall wiederholte sich dann den Rest der Woche immer wieder mal, ebenso wie das Messageschreiben an den Shop (Werkstatt), mit der Antwort: wenn Du dann mal hier bist, schauen wir mal nach...die Pannenserie mit diesem Fahrzeug will und will nicht 'abreissen' und mir kam  in maanchen Momenten schon der Gedanke selbst 'abzureisen'...:-( Stehst mitten in der Nacht im Wald und fragst Dich plötzlich selber: Was mach ich eigentlich hier ???

Rückladung nach Winnipeg bestand aus 44.000 Lbs Gefahrengut, Trailer ringsrum beflaggt, als die Maschine während der Fahrt bei Tempo 99,5 km/h bergab plötzlich abstellte - kein angenehmens Feeling :-( Ging noch mal gut, halbe Stunde später lief sie auch wieder - und ich auch, nämlich auf Hochtouren kurz vor der Explosion...bin ja eigentlich ein geduldiger Mensch (mit dem Alter wird man(n) ja ruhiger), aber nun langte es !!!

Trailer ins Yard gebracht, abgesattelt, Wagen ausgeräumt, Schlüssel auf den Tisch - und fertig lustig ! Soll fahren wer will mit der Kiste - ich nicht mehr ! Mache jetzt Reset bis Samstagmorgen und dann schaun wir mal...!

Ich muss langsam auch schauen, nämlich nach einer neuen Bleibe, da heute schon einer von fünf bestellten Maklern das Haus besichtigte. Aber wir arbeiten dran...:-)

 Also, dran und gesund bleiben !

Samstag, 27. Februar 2010

Life goes on...

 So, habe diese Woche in Ontario nun auch meinen ersten Strafzettel (in english auch Ticket genannt) bekommen...und das ging so: kurz vor Fort Frances verabschiedete sich ein Luftbalg (in english auch Airbag genannt) am Trailer. Kurzer Anruf an unsere Werkstatt (in english auch Shop genannt) und die Antwort: fahr die paar Meter noch bis Fort Frances (in english auch Fort Frances genannt - :-)

...nun denn, die 20 km geht's schon und was soll ich sagen ? Keine 10 Minuten später auf einem Waldparkplatz Polizeikontrolle ! Das ganze Programm ! Logbook, Driver-License, Registration und....natürlich auch DVIR (Daily-Vehicle-Inspection-Report), in diesem ich in der ganzen Aufregung vergass, den Fehler (in english auch fault genannt) zu vermerken ! Der Luftverlust am Trailer war natürlich nicht zu überhören und meine Erklärung "Anweisung ins nächste Kaff zur Reparatur zu fahren" liess er nicht gelten.Sie fahren mit diesem Luftverlust (in  english auch Airleak genannt) keinen Meter mehr weiter, war erstmal die erste Antwort. Die zweite Anweisung klang dann so: Trailer is now out of service - Stilllegung ! Der dritter Satz, kurz und knapp: 110 - nein, nicht die germanische Polizei-Notrufnummer - sondern Dollar - und zwar kanadische !  Im Grunde aber nochmal Glück gehabt, denn normalerweise liegt es im Ermessen des Beamten und der hätte mir durchaus einen höheren Betrag aufbrummen können...einige Kollegen in Canada werden das jetzt vielleicht sogar bestätigen können.


Zwangspause mitten im Wald bis anderen Morgen !

Da hat es diese Woche einen belgischen Fernfahrer "Bussgeldmässig" schon etwas heftiger getroffen, als dieser mit 140 km/h !!! gestoppt wurde... Guckst Du hier !

Wer jetzt aber denkt: "Watt ? Schon wieder ne Panne ?", der bedenke auch, dass die Beanspruchungen der Fahrzeuge hier um ein vielfaches höher liegen als in Europa und allein schon der eisigen Temperaturen wegen das Material heftig zu leiden hat. Da sind Breakdowns schon häufiger, hoffe dennoch auf Besserung :-)

Wer jemals Canada bereist, trifft früher oder später zwangsläufig auf diesen Kameraden....

 


Nicht nur das Maskottchen der Olympischen Winterspiele 2010, auch in jedem Souvenir-Shop als Kettenanhänger etc gibt es diesen Inukshuk als Schnickschnack und nicht zuletzt: oftmals auch direkt an den Highways irgendwo auf die Felswände gestellt. (bei genauerer Betrachtung zu erkennen)


Was war sonst noch los ? Ach ja.... eine Nachricht machte die Runde und nicht nur mich sehr  nachdenklich: hier ! Hoffen wir mal, das sich die Lage wieder schnell beruhigt !!!

Der Schnee hier will und will nicht verschwinden, tja, ist halt noch Februar :-) So sah es heute morgen während der Frühstückszigarette aus...


Schönen Sonntag und bis die Tage...!

Sonntag, 21. Februar 2010

Vergängliche Kunstwerke

Und zwar war heute der letzte Tag des Festival du Voyageur ! Leider, leider war der Himmel nicht, wie eigentlich angekündigt, strahlend blau und somit sind die einzelnen Konturen der Schnee - und Eisskulpturen aus aller Herren Länder auf den Bildern nicht soooo deutlich zu erkennen...

Das Festival dauerte zwei Wochen und fand hier statt:


Und schon auf den Weg dorthin gab es das ein oder andere Kunstwerk mitten in der Stadt zu sehen - und was einfach Lust auf  'mehr' machte...









Auch die Schweiz war vertreten...




Schloss aus Eis in den Forks:


Sah jedenfalls super aus - auch bei bewölktem Himmel ! Wer Winnipeg in seinem Leben nicht gesehen hat, hat im Grunde nicht viel versäumt. Es ist keine Weltstadt, ringsherum ist alles flach, Wolkenkratzer kann man an einer Hand abzählen, ansich hat diese Stadt auch kein vergleichbares Flair wie zum Beispiel Hamburg oder Paris - das wissen die 'Winnipegger' eigentlich auch - aber dennoch sind sie stolz auf ihre Stadt und so haben sie auch 100 Gründe gefunden, welche 'für Winnipeg' sprechen - ein Pluspunkt ist auf jeden Fall dieses Festival du Voyageur !

Bis zum nächsten Mal !

Donnerstag, 18. Februar 2010

Dejavue - und welcher Teufel hat mich da wieder geritten ?

Abkürzungen müsssen ja nicht unbedingt immer der schnellste Weg sein...ein richtiges Dejavue-Erlebnis erlebt....wer in Spanien einmal die 'Abkürzung' von Zaragozza nach Vinaros über die N232 fährt, kommt irgendwann einmal über gewisse bergige Erhebungen, in denen in den Wintermonaten oft die weisse Pracht anzutreffen ist. Wir haben diesen Weg seinerzeit oft nach Castellon gewählt, als die A23 noch nicht fertig war. Im Winter aber nicht sehr ratsam...das schrieb ich mir nach so einem 'Wintererlebnis' fett in meine Spanienkarte !

Bekam am Montag gleich wieder eine Ladung in Cleveland für Mississauga / ON, das ich von nun an nur noch mit einem grossen 'P' am Anfang schreiben werde. Ebenso bekommt Toronto von mir als Anfangsbuchstaben das grosse 'P' - denn das ist wirklich für'n A....! Viel zuviel Verkehr in dieser Region - ist man schliesslich nicht mehr gewohnt ;-) 

 

(P)Mississauga - Hinterhof - und zum ersten Mal verfluchte ich die Länge !

Anschliessend ging es zum Glück gleich wieder raus und weiter 700km Richtung Nord nach Iroquois Falls an der 11 und endlich wieder normale Strassenverhältnisse - ab und zu mal ein Holz-Trucker - Holz und Papier immer noch Exportgüter Nummer eins...





Canadisches Fortbewegungsmittel

Im Norden gab es am Abend 45lbs Papierrollen für Appleton / Wisconsin, wo ich jetzt gerade stehe und wo die Ladung morgen früh gelöscht wird. Aber das Dejavue-Erlebnis vergass ich ja beinahe....

Von Iroqouis Falls zur Grenze nach Sault Ste. Marie sind es knapp 600 km via Thessalon und um diese ein klein wenig abzukürzen, entschied ich mich für einen "Querfeldeinweg" an dem wunderschönen Range Lake vorbei. Sind etwa 60 Meilen weniger und die erste halbe Stunde sah es auch ganz gut aus - bis dahin:

Bergiger wurde es auch zunehmend, Sperre war drin und die beiden Antriebsachsen hatten mächtig zu tun, bis sie dann tatsächlich auf halber Strecke nicht mehr so wollten wie ich es gern hätte....der Streckenabschnitt beträgt knapp 100 km - na, das wurde dann heiter bis wolkig ! Doch das kann ja einen Seemann nicht erschüttern  :-)

Ging nicht mehr 'ohne' - halbe Stunde - alle vier - mein persönlicher Rekord - wahrscheinlich  aber nur, weil jeden Moment eines von diesen Kollegen hier auftauchen könnte :-)

Fazit: Abkürzungen sind nicht immer der bessere Weg, man erhöht aber imens seine persönliche Strassenkenntnis !

Frage: Welcher Teufel hat mich da wieder geritten ? :-)
Auf jeden Fall steht nun in meiner Canadakarte: 'nur im Sommer befahrbar' !
Bis die Tage !

Mit der Dashbordcam entstand dieser Clip dazu !

Sonntag, 14. Februar 2010

Sorry Mädels !

Es ist nun kurz vor 1.00h, der 14.02. und ich bin immer noch wie aufgedreht...kommt wohl von den 5 Liter Kaffee tagsüber in der Firmenkantine (aber dazu später mehr). Steh in Alexandria - nein, nicht Alexandria in Italien oder gar Ägypten - und morgen um 10h geht's weiter nach Clyde/OH (zwischen Chicago und Cleveland) - Montag Liefertermin. Habe gerade meinen Verizon Internet-US-USB Stick installiert und staune über mich selbst, da ich von Computer soviel Ahnung habe, wie ein Hahn vom Eierlegen :-)

14.02. ? Valentin ist da !!! Schönen Valentinsgruss an alle Verliebten, glücklich Verheirateten und überglücklich Geschiedenen etc. Hoffentlich hat auch jeder Mann an den obligatorischen Blumenstrauss, die Pralinen, das Parfüm oder....vielleicht sogar einen neuen Staubsauger...für seine Herzallerliebste gedacht :-) ! Was mich betrifft, so bin ich ja immer noch (oder schon wieder mal) frei "auf dem Markt" -  wenn sich einige Mädels über die beiden, kleinen Video-Clips vom letzten Posting ein klein wenig aufregten - die Wiedergutmachung folgt ! Versprochen !

Ganz übersehen habe ich, das mittlerweile schon über 20tausend Aufrufe dieser Seite stattgefunden haben - herzlichen Dank ! Werd mir weiterhin Mühe geben !

Der Breakdown in Lloydminster am vergangenen Montagabend zog sich dann bis Mittwochabend hin. Wie vermutet war es eine defekte Dieselleitung zur Einspritzanlage, die die gesamte Maschine geflutet hat. Ersatzteil musste auch noch bestellt werden, so dass ich quasi 2 Tage und Nächte "im Schlaf"  im Motel mein Geld verdient habe, denn Breakdowns "on the road" heisst Tagegeld - wär ja auch sonst noch schöner !

Donnerstagabend war ich dann zuhaus, um am Freitag den verschobenen Zahnarzttermin wahrzunehmen - und was soll ich sagen ? Die Zahnärtze und Praxen in der Schweiz waren schon vorbildlich - aber so eine moderne Praxis hab ich noch nie gesehn ! Man liegt förmlich waagerecht auf dem Behandlungsstuhl und über einem schwebt an der Decke ein riesengrosser Flatscreen. Da drück die Zahnärztin mir die Fernbedienung in die Hand und meint: schau solange Dein Wunschprogramm. Möchtest Du auch noch eine Massage ? Ey, klasse - ich denk, nun massiert "sie" mich, aber leider war es nur der Behandlungsstuhl mit integrierter Massagefunktion :-) Und das Beste: die Behandlung ist hier 100% versicherungtechnisch abgedeckt - in der Schweiz hätte ich dafür wohl wieder sehr tief in die Tasche greifen müssen...

Und gestern ? Eine Ladung nach Green Bay stand ursprünglich auf den Plan, doch wie so oft kommt unverhofft oft :-(

 Da war die Welt heute morgen noch in Ordnung...


Frisch aus der Waschstrasse, denn "er" roch immer noch nach Diesel. Den Trailer für Green Bay  aufgesattelt,  über die Waage - und ? Zu schwer ! Also, Programmänderung: anderen Trailer für Clyde/OH. Komm aus dem Büro, um den neuen Trailer zu holen, dreh den Schlüssel und....keinen Mucks - ich  nicht  ! - der Motor ! Klingt nach "Anlasser-Schwierigkeiten" - wenn das so weitergeht ist der Truck in 4 Wochen ein Neuwagen ! Also, in den Shop, doch wie das nun mal so ist an einem Samstagvormittag: alle very busy. Warten oder anderen Truck nehmen - nee, nee - da wart ich lieber :-) in der Kantine die erwähnten 5 Liter Kaffee über den Tag verteilt vertilgt und gut ist. Gut war auch die Fahrt hierher zum Shell Truckstop in Alexandria, denn erstmals KEIN Schneetreiben, Grenzabfertigung in 5 Minuten und die Country-Sender spielten heut abend das Beste vom Besten - ohne viel Gesabbel - einfach nonstop - wie man(n) es sich wünscht ;-)


Da ritt er in den Sonnenuntergang...einfach unbeschreiblich der gestrige Himmel  !

So, das war's von hier mit dem kleinen, grösseren Update und hier wie versprochen: die "Wiedergutmachung" an alle verärgerten Mädels ;-)

Bis zum nächsten Mal und bleibt gesund !

Montag, 8. Februar 2010

Hamburg Süd in der Prärie

Manchmal gibt es ja Tage, da bleibt man besser im Bett. Doch von Anfang... Samstag 'griff' ich mir die schnelle Tagesrunde 'Winnipeg - Fargo' und zurück ab, da ich unbedingt in Grand Forks vorbeischauen wollte wegen einem eigenen US-Cellphone. Bisher nutzte ich das Zweitgerät eines Kollegen. Beim Anbieter Verizon gab es dann neben einer Million Freiminuten ;-) obendrein noch einen USB Stick für's Internet mit auf dem Weg...der Vorteil: das telefonieren von Verizon zu Verizon-Kunde ist gratis bei einer monatlichen Gebühr von 79.-US Dollar. Auf dem Rückweg nach Winnipeg begann es dann kräftig zu schneien...

Sonntagmorgen hat es immer noch geschneit und im Internet war zu lesen, dass man die Region um Portage la Prairie wegen Schneesturm und tralala...unbedingt meiden sollte. Da mein Weg nach Edmonton führen sollte, begab ich mich in die 'weisse Hölle' :-)

Erstmal raus aus der Stadt, die am Sonntagmorgen wie ausgestorben schien...

Halt, nicht ganz, denn auch andere wollten arbeiten :-) Winnipeg Richtung West !

1300 km - na, das konnte ja heiter werden. Ungutes Gefühl, da zwei andere Fahrer sich zuvor weigerten in diese Richtung zu fahren - nachdem sie die Wettermeldung hörten.

Und dann ging's tatsächlich los. Kurz vor Portage heftiger Seitenwind und Schneegestöber vom feinsten. Richtig schöne, 'sssteife Brrrise' wie man in Hamburg sagt ! Naja, trotz gutem Gewicht ging es halt nur langsam voran - mit leerem Trailer hätte es aber durchaus gefährlich werden können.

Drei Stunden später hinter Minnedosa auf dem Yellowhead Highway 16 war der Spuk dann endlich vorbei
und nach exakt 13 Stunden Fahrt war beim Husky in Lloydminster Matratzenhorchdienst angesagt.

So schön diese LED Rückleuchten in der Dunkelheit auch aussehen mögen, haben sie im Winter doch einen Nachteil. Da die Dioden keine Wärme erzeugen, muss man alle paar hundert Meilen mal anhalten und sie vom Schnee befreien - nach dem Motto: gesehen und gesehen werden ;-) !


Aller Unkenrufe zum Trotz - hier der Beweis: auch wir in der Prärie haben Berge :-) !!!


Gibt's ja gar nicht ! Heimatliche Gefühle mitten im Nirgendwo !


Tja, und nun fragt sich vielleicht jemand - so ein langes Blog-Posting an einem Montagabend ???

Nun ja, das ist leicht erklärt. Auf dem Rückweg von Edmonton nach Winterpeg blieb der Truck doch tatsächlich am Husky Truckstop in Lloydminster einfach stehen. Einfach so ! Wollte nicht mehr weiter... Grosses Leck unter dem Fahrzeug, Maschine voll mit Diesel überspült, kein Starten mehr möglich...da weiss der Fachmann: Dieselleitung, Einspritzung höchstwahrscheinlich. Telefon an unsere Werkstatt, die den Wagen ja erst vor kurzem beherbergte - wir schicken nen Towtruck, der schleppt Dich zu Freightliner um die Ecke - knappe Stunde später hing er auch schon am Haken...

Schnell ein Foto bei minus 25 Grad Windchill :-(

Da es aber zeitlich dem Feierabend zuging, meinte man bei Freightliner, take it easy, morgen ist auch noch ein Tag. Hier hast Du zwei Taxi-Gutscheine für den Hin - und Rückweg und ab ins Hotel. Na, und das Hotel zahlt in solchen Fällen eh die Firma - die Getränke muss ich aber wohl oder übel selber zahlen :-)

Bis die Tage und bleibt gesund - auch in der Kälte !

Mittwoch, 3. Februar 2010

Ich such immer noch...

Vergangenen Samstag ging's wieder raus und das hiess eigentlich nur: gleiche Richtung wie letzte Woche - nach Port Huron / MI dann wieder nach Lima - nein, nicht nach Peru - Ohio ! und über Windsor (meinem Lieblingsgrenzübergang) sollte es eigentlich dann nach Brantfort / ON gehen - als kurz hinter der Grenze die "Repower-Message" kam: Trailer in Tecumseh im Yard abstellen, anderen nehmen und wieder....nach Lima !!! Fahr ich hier jetzt Linie ??? ;-)

Diese Ladung ging dann aber nach Winnipeg und so führte der Rückweg diesmal über Indiana, Illinois, Minnesota, North Dakota zurück nach Manitoba. Donnerstag (wenn nix dazwischen kommt) heisst es dann Weekend - bis Samstagmorgen ! Das geregelte freie Wochenende, wie man es in Europa im grossen und ganzen kennt, gibt es hier ja nicht...wie ich heute erfuhr, kommen Thomas und evtl auch Mike nach Hause, so dass Donnerstagabend wohl eine kleine Feier stattfinden wird. Nach dieser eher trostlosen Woche kommt das nun gerade recht ;-)


Die Trucks in Michigan...zählt mal die Achsen ;-)


Na, das passt gerade noch - auch ein Unterschied zu Europa: nicht Meterangaben sondern Feet und Inch...

Habe irgendwann mal geschrieben, das es in Detroit auch schöne Ecken geben müsste...na, ich suche immer noch, doch bis jetzt nicht etwas wirklich schönes dort entdeckt....in "Detroit Rock City" - oder ist das hier schon die Bronx ? War jedenfalls froh, da wieder wegzukommen - irgendwie alles mehr als trostlos dort...





Ohne Worte !


Und auch das nächste Bild zeigt deutlich die "Winterspuren", dabei war er ganz frisch gewaschen gewesen !!! :-(


Bis zum nächsten Mal in diesem Theater !